Hannoversche Volksbank gewinnt Marktanteile

Verlässlichkeit zahlt sich aus

08.02.2017

  • Bilanzsumme steigt erstmals auf über 5 Mrd. Euro
  • Kredite wachsen um 7% auf mehr als 3,2 Mrd. Euro
  • Einlagen legen um 221 Mio. Euro zu
  • 6.300 neue Kunden gewonnen
  • Wache: „Wir genießen höchstes Vertrauen unserer Kunden und gewinnen Marktanteile“

Die Hannoversche Volksbank hat auch im 156. Geschäftsjahr ihre langjährigen Geschäftsbeziehungen gepflegt und sich als verlässlicher Partner ihrer mittelständischen Privat- und Firmenkunden präsentiert. „Unsere mehr als 220.000 Kundenverbindungen schenken uns ihr Vertrauen“, stellte Jürgen Wache, Sprecher des Vorstandes der Hannoverschen Volksbank fest, „das gilt für den Anleger genauso wie für den Kreditnehmer, darauf sind wir sehr stolz.“

Geschäftsdaten 2016

Im letzten Jahr konnte die Bank mehr als 6.300 Neukunden und 3.801 neue Mitglieder gewinnen. Nahezu 108.000 Menschen aus der Wirtschaftsregion Hannover-Celle sind nun Mitglied und damit Eigentümer der Hannoverschen Volksbank. Fast 7.200 neue Girokonten wurden eröffnet.

Die Bilanzsumme der Hannoverschen Volksbank überstieg zum Stichtag 31.12.2016 mit 5,05 Mrd. Euro (Vorjahr: 4,79 Mrd. Euro / + 5,5%) erstmalig die 5-Milliarden-Marke. Die Bank gehört zu den zehn größten Volks- und Raiffeisenbanken Deutschlands.

Auf der Passivseite der Bilanz wuchsen die Einlagen (Verbindlichkeiten gegenüber Kunden) um 221 Mio. Euro (+6,1%) auf 3,86 Mrd. Euro (Vorjahr: 3,64 Mrd. Euro). Dazu Wache: „Unsere Kunden vertrauen uns im höchsten Maße und parken ihr Geld als Tagesgeld oder Spareinlage – inzwischen sogar ohne Zinsertrag. In unserer ausgezeichneten ‚Genossenschaftlichen Beratung‘ erläutern wir Anlagealternativen mit höheren Renditeerwartungen, wie beispielsweise Investmentfonds. Wir sehen es als unsere Pflicht an, in Zeiten niedrigster Zinsen abgestimmt auf die Anlegermentalität auch die Chancen des Kapitalmarktes aufzuzeigen.“

Die positive Entwicklung des Jahres 2016 am Aktienmarkt, insbesondere im 4. Quartal, spiegelt sich in den Kundendepots wider. Die Neuanlagen der Kunden sowie die Kursentwicklung bei Aktien, Fonds und Renten haben zum Stichtag 31.12.2016 zu einem Anstieg der Werte in den Depots um 47,4 Mio. Euro geführt. Die gesamten Geldanlagen, die Kunden der Bank außerhalb der Bilanz im Wertpapier- und Fondsgeschäft sowie bei Verbundpartnern der Hannoverschen Volksbank getätigt haben, wiesen zum 31.12.2016 einen Anstieg in Höhe von 63,8 Mio. Euro (3,2%) auf 2,04 Mrd. Euro aus.

Die Summe der bilanziellen Einlagen und der vermittelten Gelder (Kundenwertvolumen) beträgt 5,9 Mrd. Euro (Vorjahr: 5,6 Mrd. Euro).

Der Bestand der herausgegebenen Kredite (Forderungen gegenüber Kunden) der Hannoverschen Volksbank nahm im Jahr 2016 um bemerkenswerte 7% bzw. 220 Mio. Euro zu. Durch fällige Schuldscheindarlehen in Höhe von 120 Mio. Euro wird in der Bilanz lediglich ein Wachstum von knapp 100 Mio. Euro ausgewiesen. Der Kreditbestand wächst dadurch auf 3,25 Mrd. Euro (Vorjahr: 3,15 Mrd. Euro). Die traditionelle Kundschaft der Volksbank, die inhabergeführten mittelständischen Unternehmen sowie die Selbständigen und Freiberufler, haben stark investiert und hierfür auf die aktuell besonders zinsgünstige Finanzierung der Volksbank zurückgegriffen. „Wir haben im letzten Jahr Kredite mit einem Volumen von rund 850 Mio. Euro zugesagt“, resümiert Wache, „und gewinnen weiter Marktanteile, im gewerblichen Kreditgeschäft genauso wie in der Baufinanzierung. Unsere Kunden legen Wert auf einen verlässlichen Partner hier aus der Region.“ Darin enthalten sind rund 1.500 private Baufinanzierungen mit einem Volumen von rund 130 Mio. Euro. Konsumentenkredite vermittelt die Bank innerhalb der genossenschaftlichen FinanzGruppe als easyCredit an die Team-Bank.

Der in der Gewinn-und-Verlust-Rechnung ausgewiesene Zinsüberschuss erhöhte sich gegenüber dem Vorjahr um 3,0% auf 115,1 Mio. Euro (Vorjahr: 111,7 Mio. Euro). Dieses war insbesondere durch das gute Wachstum des Kreditgeschäfts sowie die letztmalig mögliche Senkung des Zinsaufwandes für Einlagen begünstigt. „Wir sind bei der Einlagenverzinsung bei Null angekommen“, betont Wache, „der nächste Schritt wären Negativzinsen, die wir im Privatkundengeschäft vermeiden wollen. Zwangsläufig wird sich der Zinsüberschuss zukünftig reduzieren.“ Der Provisionsüberschuss nahm mit einem erfreulichen Plus von 2,7% auf 31,2 Mio. Euro (Vorjahr: 30,4 Mio. Euro) zu. Darin enthalten sind die Erträge aus dem Kunden-Wertpapiergeschäft sowie dem Vermittlungsgeschäft. Insbesondere die Vorsorgeberatung fand ein hohes Interesse bei den Kunden.

Der Verwaltungsaufwand der Bank verringerte sich im Jahr 2016 erwartungsgemäß um nahezu 4,0 Mio. Euro auf 94,2 Mio. Euro (Vorjahr: 98,1 Mio. Euro). Der Personalaufwand betrug im letzten Jahr 57,2 Mio. Euro (Vorjahr: 60,7 Mio. Euro). Neben einer leichten Reduzierung des Personalbestandes führte eine veränderte Bilanzierungsvorgabe der Rückstellungen für Altersteilzeitverträge zum Rückgang der Personalkosten. Der Sachaufwand (inkl. Afa) nahm durch konsequentes Kostenmanagement auf 37,0 Mio. Euro (Vorjahr 37,3 Mio. Euro) ab, obwohl gleichzeitig in das BeratungsCenter Wunstorf-Luthe und das KompetenzCenter Langenhagen (Fertigstellung Mitte 2017) investiert wurde. Dazu Wache: „Wir investieren in den Ausbau größerer, gut erreichbarer Standorte mit hoher Strahlkraft in die Region, von denen aus wir die Nähe zu unseren Kunden sicherstellen.“

Der Kreditbestand und die eigenen Wertpapieranlagen wurden mit der banküblichen Vorsicht bewertet. Die Wertberichtigungen aus dem Kreditgeschäft fielen bedingt durch die gute wirtschaftliche Lage wiederum außerordentlich günstig aus. Positiv wirkten sich zudem der Verkauf einer Beteiligung und die Umschichtung eines kleineren DZ BANK-Aktienpaketes aus. Die Bank weist ein positives Bewertungsergebnis aus.

Das Eigenkapital der Bank wird aus dem guten Ergebnis weiter gestärkt und wird allen aufsichtsrechtlichen Anforderungen mehr als gerecht. Die Bank bewertet dieses als gute Basis für ein weiteres, kräftiges Wachstum.  Aus dem Jahresüberschuss von 13,2 Mio. Euro (Vorjahr: 13,1 Mio. Euro) will die Bank wieder eine Dividende von 5,5% zahlen. Die Cost-Income-Ratio (Kosten-/Aufwandrelation / CIR) verbessert sich auf 65,3 gegenüber 68,5 im Vorjahr.

Auch die Tochtergesellschaften der Hannoverschen Volksbank haben ihre Marktchancen erfolgreich genutzt. Insbesondere die Hannoversche Volksbank Immobilien GmbH (HVI) konnte mit 255 vermittelten Objekten ein Kaufpreisvolumen von mehr als 56 Mio. Euro umsetzen. Der Trend nach der Anlage in Immobilien aufgrund der aktuellen Zinssituation setzt sich damit verstärkt fort. Über die Hannover Estate GmbH entwickelt die Bank aktuell in Burgdorf ein Bauprojekt mit einem Gesamtvolumen von rund 3 Mio. Euro. Die Wohn- und Geschäftshäuser sollen Ende des Jahres 2017 fertiggestellt und durch die Volksbank selbst vermietet werden.

Aktuell beschäftigt die Hannoversche Volksbank 927 Mitarbeiter, 37 weniger als im Vorjahr. „Dieser Rückgang resultiert zum einen aus der normalen Fluktuation“, stellt Wache fest, „zum anderen aus der von uns angebotenen Möglichkeit der Altersteilzeit.“ Mit 46 Auszubildenden zur Bankkauffrau und zum Bankkaufmann sowie Studenten zum Bachelor of Arts gibt die Bank vielen jungen Menschen eine berufliche Perspektive.

Die Volksbank betreibt 46 Geschäftsstellen sowie 32 SB-Center. Bundesweit können sich die Kunden der Bank an fast 20.000 Geldautomaten kostenlos mit Bargeld versorgen.

Über Förder- und Sponsoringmaßnahmen sowie Spenden unterstützt die Hannoversche Volksbank Projekte und Initiativen mit mehr als 1 Mio. Euro. „Es entspricht unserer genossenschaftlichen Philosophie die Menschen in unserer Region an unserem Erfolg teilhaben zu lassen“, betont Wache.

Für das Jahr 2017 rechnet die Bank mit einem etwas geringeren Wirtschaftswachstum in Deutschland als 2016. Wache sieht weiterhin drei große Herausforderungen für Banken. Die anhaltende Niedrigzinsphase, die den Zinsüberschuss zusammenschmelzen lässt. Zudem die regulatorischen Anforderungen wie zum Beispiel die individuelle Kapitalquote auch für kleine und mittlere Banken mit regional ausgerichteten Geschäftsmodell sowie umfangreiche Meldevorschriften, die zu spürbaren Kostensteigerungen führen. Alles überlagert jedoch die digitale Transformation als gesellschaftlicher Trend – nicht nur für Bankgeschäfte. „Unsere Genossenschaftliche FinanzGruppe packt diese Aufgaben in bundesweiten Projekten für alle Volksbanken und Raiffeisenbanken an. Mit der VR-Banking-App und Angeboten wie Scan2Bank (per Foto überweisen) oder ‚Geld senden & anfordern‘ bieten wir bereits attraktive digitale Lösungen. In Kürze kommt eine eigene Crowdfunding-Plattform für Vereine und Institutionen hinzu. Wir wollen so die Nähe und Partnerschaftlichkeit, die unser genossenschaftliches Geschäftsmodell ausmacht, auch in der digitalen Welt erlebbar machen.“